Da es grade im Trend liegt sich Frankreich etwas genauer anzusehen, werde ich das mal tun. Nur werde ich nicht die Straßenkämpfe, sondern die Agrarsubventionen näher beleuchten.
Seit Jahren blockiert Frankreich die Gespräche über Änderungen in der europäischen Agrarpolitik. Die französische Regierung meint, dass die EU Agrar-Subventionen vor allem die kleinen Landwirte unterstützen. Von den 44 Mrd. Euro des europäischen Agrarhaushalts erhält Frankreich 9,4 Mrd.
Doch nun belehrt uns die Hilfsorganisation Oxfam International in einem Agrarreport , dass vor allem Großbetriebe in der Landwirtschaft die Nutznießer der Subventionen sind.
Die Oxfams Analyse besagt, dass 70% der Landwirte in Frankreich zusammen nur 17 % der Subventionen erhalten. Die größten 15% der französischen Landwirtschaftsbetriebe erhalten enorme 60% der Subventionen.
Weitere Subventionsnehmer in Europa sind z.B.
- In Großbritannien ist die königliche Familie ein großer Empfänger von Subventionen, ebenso der Zuckergigant Tate & Lyle.
- In Dänemark erhalten vier Minister der Regierung, mehrere
Parlamentsabgeordnete und sogar die dänische EU-Kommissarin Zahlungen im Rahmen der Agrar-Subventionen, die in die Millionen gehen.
- In den Niederlanden erhielt der Landwirtschaftsminister, Cees Veerman, 150.000 Euro an Subventionen und frühere Berichte geben an,dass die größten Empfänger von Direktzahlungen und Exportsubventionen von 1999-2003 der niederländische Zweig von Mars, der Bierkonzern Heineken NV und der US-Tabak-Hersteller Philip Morris sind.
- In der Slowakei wurde kürzlich berichtet, dass Landwirtschaftsminister Zsolt Simon Besitzer einer Firma ist, die
2003 und 2004 1,3 Mio. Euro an Subventionen erhielt.
- In Belgien waren unter den Topbegünstigten die Bank Crédit
Agricole, Nestlé, Campina und BASF.
Kein Wunder, dass die Diskussion über eine EU Agrarreform festgefahren ist. Wenn die Agrar-Subventionen wirklich den Kleinbetrieben in der Landwirtschaft zugute kommen würden, wären sie schon längst weggekürzt. Denn der kleine Bauer bzw. Landwirt hat gar keine Mitsprache in Brüssel.
Politiker und Konzerne wie Nestle oder Campina schon.
Und wieder mal zeigt sich, dass die Bosse der EU nur Geld in ihre eigenen Taschen schaufeln und die „kleinen Leute“ nur vorschieben. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Leute mit der EU nichts am Hut haben wollen.

Calamondin-Subventionen
Montag gab es die Ernte. Mitte Januar die ersten Knospen, ein paar Tage später kamen die Blüten. Und jetzt hab ich die ersten etwa 10 Früchte meiner Calamondin gepflückt. Nach acht Monaten. Bitter, mit einem säuerlichen Hauch u...